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Dr. Frank Madeo
Corporate
09.12.2020

Unser Beirat: Prof. Dr. Frank Madeo, Pionier in der Spermidin-Forschung

Wir haben schon so oft von unserem wissenschaftlichen Beirat erzählt, jetzt wollen wir Euch die Herrschaften einmal vorstellen. Wir starten mit Prof. Dr. Frank Madeo, dem Pionier in der Spermidin-Forschung

Nun, zugegebenermaßen kommen die Kräfte unserer wissenschaftlichen Beiräte vermutlich nicht an jene des Hohen Rates der Jedi heran, aber beeindruckend ist es dennoch, was sie mit ihrer Forschung rund um den Globus leisten. Wir sind durchaus stolz darauf, mit unserem wissenschaftlichen Anspruch einige der besten WissenschaftlerInnen und ZellforscherInnen der Welt von unserer Vision überzeugt zu haben. Als Gremium geben sie uns die strategischen Leitplanken für unsere weitere Entwicklung vor und stehen uns mit den neuesten Erkenntnissen der Forschung zur Seite. Genaueres zu ihrer Arbeit wollen wir Euch mit unserer neuen Serie zeigen, in der wir die Beiräte einzeln vorstellen.

Wir starten mit Univ.-Prof. Dr. rer. nat. Francesco Madeo. Da wir selbst beim Lesen über diesen Zungenbrecher stolpern, werden wir uns hier auf Prof. Madeo, Dr. Madeo oder Frank Madeo beschränken, wie er meist genannt wird. Er ist jedenfalls der Entdecker der Wirkung von Spermidin. Dass wir ihn als ersten vorstellen, kommt nicht von ungefähr: Prof. Madeo war von Beginn an in unsere Arbeit involviert. Seine Forschung war es, die vor vier Jahren das Interesse unserer Geschäftsführer Dr. Gerald Sitte und DI Herbert Pock geweckt und so zur Gründung von Longevity Labs+ geführt hat.

Frühes Interesse an Prozessen des Alterns

Dr. Madeos Interesse am Prozess des Alterns wurde schon in seiner Kindheit geweckt, wie er des Öfteren erzählt. Damals starb eine seiner Tanten relativ früh, während sich die zweite guter Gesundheit erfreute. Als junger Bub stellte er sich daraufhin die Frage, warum wohl manche früher sterben als andere und ob man das beeinflussen kann – eine gute Überlegung, wie wir finden! Jedenfalls ließ ihn diese Frage nicht mehr los und er beschloss seinen beruflichen Werdegang deren Beantwortung zu widmen.

Und so kam es auch: Geboren 1967 in Schwerte, Deutschland, studierte Frank Madeo Biochemie an der Universität Tübingen. Nach seinem PhD arbeitete er dort zunächst als Gruppenleiter. 2004 wurde er von der Karl-Franzens-Universität in Graz berufen. Dank einer vollen Lehranstellung am Institut für Molekulare Biowissenschaften konnte er sich der Frage des Alterns widmen.

Laut der Universität Graz ist das langfristige Ziel von Prof. Madeos Arbeitsgruppe „Interventionen zu entwickeln, welche die Lebensspanne und insbesondere die Gesundheitsspanne verlängern können.“ Auf Basis ihrer Grundlagenforschung in Modellorganismen evaluieren sie Ernährungsmodelle (z. B. Fasten) und pharmakologische Interventionen in Hinblick auf den Alterungsprozess und altersassoziierte Erkrankungen. Oder anders gesagt: Sie versuchen Mechanismen des Alterns besser zu verstehen, dadurch neue Therapieansätze für altersassoziierte Krankheiten zu entwickeln und die gesunde Lebensspanne zu verlängern.

Revolutionäre wissenschaftliche Entdeckung

Seine Forschungsarbeit rund um die Zelle und die Hintergründe des menschlichen Alterns führte zur Entdeckung der Wirkung von Spermidin im Prozess des zellulären Recyclingprogramms Autophagie. Gemeinsam mit seiner Arbeitsgruppe hat er herausgefunden, dass das Polyamin Spermidin ein Auslöser der Autophagie ist. Mit Hilfe von Bäckerhefe (Saccharomyces cerevisiae) konnten sie beweisen, dass das sinkende Polyaminlevel die Ursache für das zelluläre Altern ist. Frank Madeo war damit der Erste, der Spermidin als „altersprotektive Substanz“ bezeichnete.

Autophagie, als intrazellulärer Recyclingvorgang, ist auch zentral an Vorgängen des Immunsystems beteiligt, spielt eine wichtige Rolle in Entwicklungsabläufen von Zellen und Organen und ist ein hochrelevanter Mechanismus von vielen Anti-Aging-Molekülen. Mit Hilfe einer selbst entwickelten „CellHealth Anti-Aging Screening Plattform“ suchen Prof. Madeo und sein Team nach neuen, natürlich vorkommenden Molekülen, die Alterungsprozesse verlangsamen können.

Frank Madeos Arbeitsgruppe beschäftigt sich außerdem mit der Balance der konkurrierenden Prozesse des zellulären Überlebens und des Zelltods, die unter anderem von Spermidin geregelt wird. Der regulierte Tod einer Zelle ist ein wesentlicher Baustein für das gesunde Altern, da er alte oder potenziell gefährliche Zellen aus dem Körper entfernt. Madeos Labor identifizierte zum ersten Mal Anzeichen für regulierten Zelltod in Hefe und begründete damit ein ganzes Forschungsfeld. „Dieses Phänomen ist nicht nur aus evolutionsbiologischer Sicht bedeutend, sondern eröffnet auch Möglichkeiten im Bereich der Therapie von Infektionskrankheiten“, berichtete die Universität Graz.

Die Arbeit der Gruppe rund um das Thema Alterungsprozesse geht aber noch weiter. Sie beschäftigen sich auch mit physiologischen Konsequenzen des Alterns. So zum Beispiel mit der Frage, wie sich Polyaminsupplementation durch die Nahrungsaufnahme auf die Gedächtnisleistung alter Fliegen und – in Kooperation mit der Charité Berlin – auch auf alte Menschen auswirkt. Des Weiteren haben sie eine Reihe funktioneller Tests etabliert, die es ihnen ermöglicht, genetische Modelle und pharmakologische Interventionen auf unterschiedlichste Art und Weise zu untersuchen.

Dr. Madeo selbst forscht in Kooperation mit dem „International PhD Program – Metabolic and Cardiovascular Disease“, kurz DK-MCD, der Medizinischen Universität Graz derzeit unter anderem noch an Modellen des Zelltods, der Rolle der Mitochondrien bei der Entstehung neurodegenerativer Erkrankungen, pflanzen-basierten Stoffen gegen die Parkinson-Krankheit und Beta-Amyloid-Toxizität in Modellen der Alzheimer-Krankheit.

Die Geschichte und den Stand der Forschung zu Spermidin der Universität Graz hat Frank Madeo im Forschungsbericht „Eine kurze Geschichte des Spermidins und der Erforschung seiner gesundheitsfördernden Effekte“ zusammengefasst.

Ausgezeichnete Forschungsarbeit

Seine intensive Forschungsarbeit brachte Prof. Madeo aber auch einige Ehrungen ein: Er wurde in die angesehene „American Academy of Microbiology“ aufgenommen und erhielt im Mai 2019 für seine Altersforschung die SENECA-Medaille – einen mit 20.000 Euro dotierten deutschen Forschungspreis. Die Jury meinte damals im Vorfeld der Verleihung: „Seine besondere Leistung besteht darin, dass er Konzepte der Alterungsprävention aus den molekularen Grundlagen heraus entwickelt und dann bis zur erfolgreichen breitentauglichen Anwendung am Menschen weitergeführt hat.“

Wir können der Jury der deutschen Erwin-Niehaus-Stiftung und dem Industrie-Club-Düsseldorf, die für die Vergabe der Seneca-Medaille verantwortlich sind, nur zustimmen: Auch uns beeindruckt Madeos Arbeit immer wieder aufs Neue. Er ist ein wahrer Jedi der modernen Forschungsgeschichte!

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