Wissenschaft
28.01.2020

Spermidin als Schutz für unser Gehirn

Eine neue Studie aus der molekularen und zellulären Neurobiologie von der Fujian Medical University zeigt, dass Spermidin eine schützende und regenerationsfördernde Wirkung auf unser Gehirn hat. Im Fokus der Untersuchung lag die Wirkung von Spermidin bei Schädel-Hirn-Verletzungen. Die Ergebnisse zeigen, dass die Einnahme von Spermidin nach einer Hirnverletzung positive Auswirkungen auf unser Gehirn und dessen kognitive Funktionen hat.

Spermidin zeigt eine schützende Wirkung bei Schädel-Hirn-Trauma.

Spermidin ist ein in unserem Körper vorkommendes Polyamin, das bei der Entwicklung des Gehirns und der allgemeinen Zellerneuerung eine wichtige Rolle spielt. Aufgrund der positiven Auswirkungen von Spermidin auf das Gehirn, wurde das therapeutische Potenzial dieses Moleküls bei Schädel-Hirn-Verletzungen untersucht .

Ein Schädel-Hirn-Trauma (SHT) – wozu es beispielsweise bei einem Autounfall kommen kann – verursacht dauerhafte neurologische und kognitive Beeinträchtigungen. Effektive medikamentöse Behandlungsmethoden sind jedoch noch ausständig. Um die mögliche Schutzfunktion von Spermidin bei Hirnverletzungen zu untersuchen, wurde ein sogenanntes „closed head injury model“ (CHI) verwendet, welches es ermöglicht geschlossene Untersuchungen im Gehirn durchzuführen. Bei der Messung der Auswirkungen von Spermidin nach einem Schädel-Hirn-Trauma, wurden das Ausmaß der Hirnschwellung, die Funktion der Blut-Hirn-Schranke und die Apoptose (Zelltod) gemessen. Um den Behandlungserfolg zu überwachen, wurden ebenso mögliche Entzündungsprozesse beobachtet und Biomarker für Hirnverletzungen berücksichtigt. Schließlich wurde der Spermidinspiegel mit dem CHI-Tiermodell und SHT-Patienten mit unterschiedlichen Schweregraden korreliert.

Studienergebnisse

  • In der mit Spermidin behandelten Gruppe konnten Verbesserungen bezüglich der Hirnschwellung sowie der Funktionsfähigkeit der Blut-Hirn-Schranke festgestellt werden.
  • Durch die Spermidinzufuhr starben weitaus weniger Neuronen ab – es konnte somit das Ausmaß der Apoptose (Zelltod) verringert werden.
  • Eine Steigerung der kognitiven Hirnleistung nach der Hirnverletzung konnte erkannt werden – das Gehirn konnte mehr Aufgaben lösen und allgemein schneller arbeiten.
  • Es gab deutlich weniger Entzündungsprozesse im Gehirn (antiinflammatorische Wirkung).
  • Der Spermidingehalt bei der Testgruppe mit schwerwiegenden Hirnverletzungen war signifikant niedriger. Daraus lässt sich schließen, dass Spermidin potenzielle Hirnschäden verhindern beziehungsweise minimieren kann.
  • Es konnte zum ersten Mal gezeigt werden, dass die Verabreichung von Spermidin eine neuartige Behandlungsmethode bei Schädel-Hirn-Trauma darstellen kann.

 


¹ Huang, J., Zhang, H., Zhang, J. et al. Spermidine Exhibits Protective Effects Against Traumatic Brain Injury. Cell Mol Neurobiol (2020), online: https://doi.org/10.1007/s10571-019-00783-4

Vedran Bijelac

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