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Die Geschichte der Impfung
Wissenschaft
10.05.2021

Die Geschichte der Impfung

Impfungen waren mit Sicherheit unter den meistdiskutierten Themen im letzten Jahr. Dabei begleiten sie uns eigentlich schon seit dem 18. Jahrhundert. Doch wie wurde die erste Impfung eigentlich entdeckt? Was tut sie in unserem Körper und warum ist sie für uns so unverzichtbar?

Habt Ihr Euch schonmal gefragt, wie der Prozess des Impfens eigentlich zustande gekommen ist? Das Wort Impfstoff oder „Vakzine“ leitet sich nämlich vom lateinischen Wort „vacca“ ab. Was das übersetzt bedeutet? Kuh natürlich, was sonst? Denn mit Kühen fing alles an.

Im 17. und 18. Jahrhundert war in großen Teilen Europas und Asiens eine Krankheit weit verbreitet, die uns heute zum Glück nicht mehr begleitet – die Pocken. Damals starben 60 Millionen Menschen an der Krankheit – eine Chance der Heilung (oder eines Lockdowns) gab es nicht. Der englische Chirurg Edward Jenner, der 1749 bis 1823 lebte, erforschte die Krankheit und machte eines Tages eine interessante Beobachtung – Milchmägde, die während des Melkens von Kühen mit den Kuhpocken (eine weniger schlimme Variante der Pocken) angesteckt wurden, konnten sich danach nicht mehr mit den umgehenden Pocken anstecken.

Die Idee, dass der Körper eine Art „Schutz“ gegen eine erneute Infektion aufbaut, wurde geboren. In einem waghalsigen (und aus heutiger Sicht unethischen, aber damals wohl notwendigen) Versuch testete er seine Hypothese: Er brachte einen 8-jährigen Jungen mit den Sekreten aus den Bläschen von mit Kuhpocken infizierten Frauen in Kontakt und steckte ihn damit absichtlich an. Was passierte? Der Junge hat sich danach nicht mehr mit den Pocken infiziert und blieb von dieser Krankheit verschont – der erste Schritt zur modernen Impfung war geschafft!

Und danach?

Bei diesem ersten Versuch und dieser Version des Impfstoffes blieb es natürlich nicht: Die Immunisierung der Menschheit gegen diese Krankheit erlangte oberste Priorität und war damit erfolgreich: Im Jahre 1980 – also 200 Jahre später – erklärte die WHO die Pocken für endgültig ausgerottet. Eine der schlimmsten Infektionskrankheiten unserer Geschichte war besiegt.

Dr. Jenner hat damals einen massiven Grundstein in der Bekämpfung von übertragbaren Krankheiten gelegt. Seit dieser ersten Impfung sind viele andere Impfstoffe gegen Krankheiten wie Masern, Mumps und Röteln, Gehirnhautentzündungen, Hepatitis A und B, Grippe, Diphterie und noch einige mehr entwickelt worden. Im Laufe der Zeit wurde allerdings das Verfahren etwas angepasst und aufgebessert. Doch auch wenn moderne Impfstoffe mittlerweile nicht nur sehr viel effektiver, sicherer und hygienischer ablaufen, so funktioniert nicht jede Impfung genau gleich.

Die Arten der Impfungen

Impfungen lassen sich generell in aktive Impfungen und passive Impfungen einteilen, die wir Euch heute näher vorstellen wollen:

1. Aktive Impfungen

Die aktive Schutzimpfung dient dazu, den Körper selbst dazu zu bringen Antikörper gegen verschiedene Krankheiten zu bilden. Das bedeutet, dass unser Immunsystem bei einer aktiven Impfung eine erregerspezifische Immunkompetenz ausbildet, ohne die Krankheit tatsächlich durchmachen zu müssen. Verwendet werden hierbei entweder Lebendimpfstoff (abgeschwächte Erreger, die keine Erkrankung auslösen können) oder Totimpfstoffe, welche abgetötete Erreger oder gar nur Bruchstücke dieser enthalten. So wird die Immunantwort in unserem Körper gespeichert, bei einer richtigen Infektion schnell abgerufen und der Körper vor einer Erkrankung geschützt.

RNA – Impfungen, die mit dem Covid_19 Impfstoff das erste Mal in Einsatz gekommen sind, arbeiten dabei noch ein wenig anders: Die messenger-RNA (mRNA) dient in unserem Körper dazu Proteine zu bilden, indem sie die Bauanleitung dafür zur Verfügung stellen. Der mRNA-Impfstoff hat sich das zunutze gemacht: Unserem Körper wird dabei die richtige Bauanleitung für den Teil des Virus verabreicht, auf den unser Immunsystem anspringt, ohne die Krankheit dabei auszulösen. Damit wird Immunität hergestellt.

2. Passive Impfungen

Passive Impfungen werden angewandt, wenn Personen bereits Kontakt mit einem betreffenden Erreger hatten, oder eine Infektion nicht ausgeschlossen werden kann, wie zum Beispiel nach Tierbissen, Verunreinigung von Wunden, etc. Dabei wird ein Immunserum injiziert, welches die Antikörper bereits beinhaltet. Das bedeutet, dass unser Immunsystem keine Antikörper herstellt, sondern sich diese von dem Immunserum „ausleiht“ – also eine passive Immunantwort entsteht. Die Immunantwort ist dadurch zwar sehr viel schneller aber kommt auch mit einem Nachteil: Der Effekt verfliegt schnell wieder und wird nicht dauerhaft in unser Immungedächtnis aufgenommen.

Soweit so gut – doch wie reagiert unser Körper auf die Impfung?

Unsere Körper reagieren je nach unserer körperlichen und psychischen Verfassung unterschiedlich auf Impfungen – dabei kann man zwischen schnell wieder abklingenden Impfreaktionen, also leichten Beschwerden wie Schmerzen im Bereich der Injektionsstelle, Kopfschmerzen, Spannungen, Müdigkeit und Gliederschmerzen und Impfkomplikationen unterscheiden. Impfkomplikationen treten selten auf und können – wie manchmal bei der Masernimpfung – zum Auftreten von leichteren Symptomen der Krankheit führen, gegen die man geimpft wurde. Diese sind allerdings dann nicht ansteckend und klingen meist nach kurzer Zeit wieder ab.

Zusammenfassung

Die Erfindung der modernen Impfung hat uns einen enormen Vorteil im Kampf gegen Infektionskrankheiten verschafft. Ohne sie wären Krankheiten wie die Pocken nach wie vor unter uns und das Zusammenleben von so vielen Menschen auf so engem Raum unvorstellbar. Dennoch bedeutet eine Impfung auch immer eine kurzzeitige Beanspruchung unseres Immunsystems, das sich in unterschiedlichen Formen zeigen kann.  Ob starke, schwache oder keine Impfreaktion, unsere Immunzellen arbeiten dabei auf Hochtouren – zum Glück können wir sie aber dabei unterstützen und so Nebenwirkungen verringern und uns besser auf eine Impfung vorbereiten! Ein starkes Immunsystem steckt auch Impfungen schneller weg – achtet also vor einer Impfung auf eine gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung, viel Ruhe und auf gestärkte Immunzellen.

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