Nervenzellen
BlogWissenschaft
25.04.2022

Das Wunder Zelle

Der menschliche Körper besteht aus Billionen von Zellen. Doch was ist so eine Zelle eigentlich? Welche verschiedenen Zellen gibt es im menschlichen Körper? Warum müsst Ihr auf Eure Zellen gut aufpassen? Hier findet Ihr Antworten auf diese Fragen.

Was ist eine Zelle?

Die Zelle stellt die kleinste lebende Einheit Eures Körpers oder eines anderen Organismus dar. Zellen sind somit der Grundbaustein des Lebens. Allgemein kann hierbei zwischen Prokaryoten (Einzellern) und Eukaryoten (Mehrzellern) unterschieden werden. Während die Zellen von Prokaryoten etwas „einfacher“ strukturiert sind und keinen Zellkern besitzen, findet man in eukaryotischen Zellen einen Zellkern und eine Auftrennung der Zelle in Zellorganellen. Zur letzteren Gruppe zählen alle Zellen höherer Organismen wie Pflanzen, Tiere und auch die des Menschen.

Was macht die Menschliche Zelle so speziell?

Jede Eurer Zellen besitzt eine Zellmembran, die die übrigen Zellbestandteile umgibt. Im Zellinneren findet Ihr unter anderem den Zellkern, die Mitochondrien, Ribosomen und den Golgi-Apparat. Jeder Bestandteil hat hierbei seine eigene Aufgabe. So wird dafür gesorgt, dass die Zelle „rund läuft“.

Welche Zellen gibt es?

Zelle ist nicht gleich Zelle! Im menschlichen Körper lassen sich über 200 verschiedene Zelltypen identifizieren. Jeder Zelltyp besitzt eine individuelle Funktion. Zu den wichtigsten Zelltypen zählen die folgenden:

Stammzellen: Stammzellen besitzen eine sogenannte Pluripotenz und haben dadurch die Fähigkeit, sich zu jedem anderen Zelltyp des menschlichen Körpers zu verändern. Somit können sich Stammzelle in jegliches Gewebe oder in bestimmte festgelegte Gewebetypen weiterentwickeln.

Rote Blutzellen (Erythrozyten): Diese Zellen sind ein wichtiger Bestandteil des Blutes. Sie transportieren Sauerstoff mittels Hämoglobinbindung durch den Blutkreislauf.

Weiße Blutzellen (Leukozyten): Die Leukozyten stellen einen wichtigen Bestandteil der Immunabwehr dar. Sie wehren Krankheitserreger ab.

Blutplättchen (Thrombozyten): Hier handelt es sich streng genommen um Zellfragmente, die jedoch eine wichtige Aufgabe bei der Blutgerinnung und -stillung haben.

Nervenzellen (Neuronen): Neuronen sind Teil des Nervensystems. Sie vermitteln Informationen mittels elektronischer Impulse.

Gliazellen: Auch die Gliazellen gehören zum Nervensystem. Sie spielen eine wichtige Rolle bei der Reizweiterleitung von Nervenimpulsen und sind dabei vor allem im Gehirn zu finden.

Muskelzellen: Die Muskelzellen bilden unterschiedliche Muskeln im menschlichen Körper. Man unterscheidet zwischen Skelettmuskelzellen, Herzmuskelzellen und glatten Muskelzellen.

Knorpelzellen: Diese Zellen sind für die Bildung jeglicher Knorpelgewebe verantwortlich.

Knochenzellen: Knochenzellen bilden mit der Knochenmatrix die Knochen. Unterschiedliche Knochenzelltypen nehmen dabei verschiedene Arbeitsschritte wahr.

Hautzellen: Verschiedene Hautzellen bilden die Hautschicht, eine erste äußerliche Schutzbarriere vor Krankheitserregern. Auch einzelne Sinneszellen gehören zu den Hautzellen.

Weitere Zellen in Eurem Körper sind etwa Fettzellen, Keimzellen, Endothelzellen oder Epithelzellen.

Wovor müsst Ihr Eure Zellen schützen?

Obwohl Ihr mehrere Billionen Zellen besitzt und diese sich auch zum Teil regelmäßig erneuern, ist es wichtig, Eure Zellen zu schützen. Es gibt viele Gefahren, wobei freie Radikale die größte Gefahr für Eure Zellen darstellen. Freie Radikale sind Moleküle, die durch ein fehlendes Elektron Defizite in der Struktur besitzen und dieses Defizit durch Nutzung eines „fremden“ Elektrons ausgleichen wollen. Hierbei sind sie Fluch und Segen zugleich: Bei der Bekämpfung von Krankheitserregern können freie Radikale hilfreich sein, während zu viele davon jedoch auch eine Gefahr für die körpereigenen Zellen darstellen können.

Was tut den Zellen gut?

Antioxidantien können beim Kampf gegen freie Radikale helfen. Auch eine gesunde Ernährung und Sport tun Euren Zellen gut. Und denkt daran: Sind Eure Zellen fit, dann kann Euer gesamter Körper vermutlich viel besser funktionieren!

Fakten zur Zelle

Der Mensch hat 100 Billionen Zellen

Der Mensch hat 100 Billionen Zellen. Das ist eine Eins mit 14 Nullen. Würde man alle Zellen Eures Körpers aneinanderlegen, so wäre diese Kette über 2,5 Millionen Kilometer lang und könnte 60-mal am Äquator um die Erde gewickelt werden. Würde man pro Sekunde eine Zelle an diese Kette hängen, wären erst nach über drei Millionen Jahren alle Zellen „aufgefädelt“!

Zelltod

In jeder Sekunde sterben bei einer erwachsenen Person etwa 50 Millionen Zellen ab. Gleichzeitig werden in jeder Sekunde fast genau so viele Zellen neu gebildet. Aber nur fast, da ein erwachsener Mensch seine Zellen kontinuierlich abbaut und die Anzahl somit andauernd verringert wird.

Zelltod ist nicht gleich Zelltod

Man unterscheidet den „programmierten Zelltod“ (Apoptose) und den „erzwungenen Zelltod“ (Nekrose). Während bei der Apoptose Zellteile so entfernt werden, dass kein Schaden entsteht, platzt die Zelle bei der Nekrose unkontrolliert, was zu Entzündungen führen kann. Und übrigens: Eine Zelle stirbt nie „einfach so“. Innere oder äußere Faktoren sind die Ursache dafür.

Hautzellen

Nägel und Haare sind Derivate der Haut. Sie bestehen aus gehärteten Hautzellen und stellen so einen besonderen Schutz dar. Vor allem die Fingernägel haben eine wichtige Aufgabe beim Schützen der Nervenenden an den Fingerkuppen.

Immunzellen

Die Immunzellen sind nicht automatisch das Immunsystem. Sie stellen nur einen von vier Teilen des Immunsystems dar. Die anderen drei Teile sind mechanische Barrieren, Proteine und die psychische Immungesundheit. Erst durch ein positives Zusammenspiel dieser vier Faktoren kann das Immunsystem optimal funktionieren.

Zellerneuerung

Nicht alle Zellen erneuern sich gleich schnell. Die Zellen des Dünndarms erneuern sich etwa alle 36 Stunden, während rote Blutkörperchen sich etwa alle 120 Tage erneuern und Knochenzellen ganze 20-30 Jahre bestehen bleiben!

Alleskönner Stammzellen

Stammzellen sind wahre Alleskönner! Sie können sich Euer Leben lang teilen und in verschiedene Zelltypen verändern. Das nennt man Pluripotenz. Diese Fähigkeit erlaubt es ihnen sogar, sich aus einem anderen Zelltyp wieder zurück in Stammzellen zu verändern, wenn dies nötig ist. So wird sichergestellt, dass Euer Körper einwandfrei funktioniert!

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Zink spielt eine wichtige Rolle in unserem Körper. Es verbessert trägt zu unseren kognitiven Fähigkeiten bei, schützt unsere Zellen vor oxidativem Stress und unterstützt unsere mentale Gesundheit! Hier könnt Ihr nachlesen, was genau Zink in unseren Gehirnzellen tut und wieso es so wichtig ist.

1 Zink trägt zu einer normalen DNA- und Eiweißsynthese, einer normalen kognitiven Funktion und dem Schutz der Zelle vor oxidativem Stress bei und hat eine Funktion bei der Zellteilung.
2 Siehe Aging (Albany NY). 2018;10(1):19-33 doi: 10.18632/aging/101354
3 Thiamin trägt zu einem normalen Energiestoffwechsel, einer normalen Herzfunktion, sowie einer normalen psychischen Funktion und einer normalen Funktion des Nervensystems bei.
4 Vitamin C und Zink tragen zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei.
5 Eisen trägt zu einer normalen kognitiven Funktion, sowie zur Verringerung von Müdigkeit und Erschöpfung bei und hat eine Funktion bei der Zellteilung.
6 Safran trägt zur Aufrechterhaltung einer positiven Stimmung und zur Entspannung bei.

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