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United States
Anti-Aging Forschung
Performance
13.12.2020

Die Qual der Wahl: 124 Anti-Aging-Wirkstoffe, aber welcher ist der Beste?

Die Altersforschung boomt und mit ihr auch Stoffe, denen eine lebensdauerverlängernde Wirkung zugesprochen wird. ForscherInnen der Universität Amsterdam haben jetzt einen kritischen Blick auf 124 Stoffe und deren Nebenwirkungen geworfen. Denn was hilft es, wenn die Substanzen zwar das Leben verlängern, dabei aber nicht nebenwirkungsfrei eingenommen werden können? Was sie herausgefunden haben hat es jedenfalls in sich.

Wer sich mit Langlebigkeit und Gesundheit auseinandersetzt und beides mit Hilfsmitteln unterstützt, will dem Körper etwas Gutes tun. Hier sollte vor allem die positive Wirkung im Vordergrund stehen und sich möglichst keine unangenehme Nebenwirkung bemerkbar machen. Deshalb muss jeder Wirkstoff – bevor er von Menschen eingenommen wird – an unterschiedlichen Organismen wie Hefe, Würmern oder Mäusen getestet werden. Das gilt natürlich auch in der Altersforschung.

Anti-Aging Forschung

Internationale WissenschaftlerInnen und Institute wie die AGES (Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit) in Österreich legen deshalb Kriterien fest, anhand derer wir Stoffe auf ihre Wirksamkeit und Verträglichkeit prüfen können. So wurde beispielsweise festgelegt, dass Geroprotektoren – also jene Stoffe, die einen Anti-Anging-Effekt mit sich bringen – vor der Testung am Menschen folgende Kriterien erfüllen müssen:

  • die Lebensdauer verlängern
  • die Biomarker des menschlichen Alterns verbessern
  • eine akzeptable Toxizität aufweisen
  • die gesundheitsbezogene Lebensqualität verbessern
  • minimale Nebenwirkungen bei therapeutischer Dosierung verursachen

Dem letzten dieser Punkte hat sich die Universität Amsterdam mit einer aktuellen Studie gewidmet. Die dortigen ForscherInnen haben aus dem kürzlich veröffentlichten Verzeichnis über Nebenwirkungen von Wirkstoffen 800 Nebenwirkungen in Zusammenhang mit der Verwendung von 124 Geroprotektoren untersucht. Eines ist somit gewiss: Wir sollten uns gut überlegen, womit wir experimentieren und was wir unserem Körper zumuten.

Ihre Ergebnisse stellten die Autoren Georges E. Janssens und Riekelt H. Houtkooper in dem Artikel „Identification of longevity with minimized probabilities of side effects“ vor. Wir haben die wichtigsten Erkenntnisse der Studie für Euch aufbereitet.

Studie zu Anti-Aging-Wirkstoffen

Fast alle der untersuchten Geroprotektoren (nämlich 95 %!) hatten eine 50-prozentige Wahrscheinlichkeit, dass bei der Einnahme Nebenwirkungen auftreten. Manche noch mehr als andere, deshalb wenden wir uns in diesem Beitrag jenen Stoffen zu, die im Vergleich gut abschneiden konnten.

Vier der untersuchten Verbindungen – mit gleichbleibendem Potenzial zur Lebensverlängerung – wiesen neben einer geringen Gesamtzahl von real aufgetretenen Nebenwirkungen auch eine geringe Wahrscheinlichkeit auf, eine solche Nebenwirkung zu verursachen. Diese Wirkstoffe waren das Polyphenol Gallussäure, der Glykolyseinhibitor D-Glucosamin, der lipidsenkende PPAR-Agonist Clofibrat und das Autophagie-induzierende Spermidin.

Geringeres Risiko bei höherer Effektivität

Eine weitere interessante Erkenntnis aus der Untersuchung war, dass eine signifikante negative Korrelation zwischen dem Nebenwirkungsrisiko einer Substanz und der Fähigkeit, die Lebensdauer zu verlängern besteht. Soll heißen? Jene Geroprotektoren, die wenige Nebenwirkungen erzeugen, weisen eine höhere Effektivität des Anti-Aging-Effekts auf. Was ja auch Sinn macht, schließlich wirken Nebenwirkungen selten verjüngend. Die vier vielversprechenden Geroprotektoren, die wir oben erwähnt haben, sind also auch deshalb effektiver, weil sie gesamt gesehen seltener und schwächere Nebenwirkungen verursachen.

Fazit

Das Fazit der Autoren der Studie: Sie haben – aufgrund ihrer höheren Lebensverlängerungswirkung im Vergleich zu den anderen Stoffen – Spermidin und D-Glucosamin den ersten Platz eingeräumt und sie für weitere Untersuchungen am Menschen vorgeschlagen.

Was heißt das jetzt für Spermidin?

Wie bereits angeklungen hat von den vier Verbindungen mit den geringsten Nebenwirkungen Spermidin mitunter die besten Ergebnisse erzielt. Eine weitere interessante Erkenntnis, die die ForscherInnen aus den Untersuchungen im Labor ziehen konnten, dreht sich um den Einnahmebeginn von Spermidin: Bei Mäusen, die das Spermidin das gesamte Leben lang eingenommen hatten, verlängerte sich die Lebensdauer. Der Anti-Aging-Effekt trat allerdings auch ein, wenn die Substanz erst später im Leben verabreicht wurde. Die Wirkung von Spermidin dürfte also nicht durch eine spätere Einnahme getrübt werden.

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